Ratgeber für Autoverkäufer
Provisionsabrechnung prüfen: So kontrollierst du deine Provision als Autoverkäufer
Am Monatsende kommt die Abrechnung, und mit ihr die Frage: Stimmt das alles? Diese Checkliste zeigt dir, wie du deine Provision Schritt für Schritt nachvollziehst, woran Abweichungen meistens liegen und wie du sachlich nachfragst.
Warum sich das Nachrechnen lohnt
Deine Provision besteht aus vielen kleinen Teilen: dem Fahrzeug selbst, Finanzdienstleistungen, Prämien und Abzügen. Die Abrechnung kommt oft als lange Liste oder Excel-Datei, in der jede Zeile einen Deal betrifft. Dass dort etwas nicht stimmt, ist selten böse Absicht. Meist liegt es an einer falschen Zuordnung, einem anderen Abrechnungsmonat oder einer Position, die schlicht fehlt.
Wer regelmäßig vergleicht, findet solche Fälle früh und kann sie klären, solange alle Beteiligten den Vorgang noch im Kopf haben.
Woraus sich deine Provision zusammensetzt
Jedes Autohaus und jeder Hersteller rechnet etwas anders. Verbindlich ist immer, was in deinem Arbeitsvertrag und deiner Provisionsvereinbarung steht. Typisch sind diese Bausteine:
- Fixum: das feste Grundgehalt, auf das die Provision aufgesetzt wird.
- Fahrzeugprovision: ein fester Betrag je Fahrzeug oder ein Prozentsatz, zum Beispiel vom Ertrag des Geschäfts.
- Finanzdienstleistungen (FD): Provision für Finanzierung, Leasing, Versicherung oder Garantieprodukte, die du zum Fahrzeug vermittelst.
- Inzahlungnahmen: manche Vergütungsmodelle bewerten auch das hereingenommene Fahrzeug.
- Prämien und Staffeln: Boni bei erreichten Zielen oder Stückzahlen.
- Abzüge und Rückbelastungen: zum Beispiel, wenn ein Geschäft storniert wird oder eine Provision vorab ausgezahlt wurde.
Checkliste: Provisionsabrechnung in sieben Schritten prüfen
- Deine eigenen Deals sammelnStelle für den Monat zusammen, welche Fahrzeuge du verkauft und ausgeliefert hast: Kunde, FIN, Auslieferungsdatum und Konditionen. Ohne eigene Liste kannst du nur glauben, was in der Abrechnung steht.
- Den Provisionsmonat klärenZählt ein Deal im Monat des Verkaufs, der Auslieferung oder der Zahlung? Das legt deine Vereinbarung fest. Manche scheinbaren Fehlbeträge sind nur Deals, die in einem anderen Monat abgerechnet werden.
- Jede Zeile einem Deal zuordnenAm sichersten gelingt das über die FIN. Eine Zeile, zu der du keinen Deal findest, verdient eine Nachfrage.
- Fehlende Positionen suchenWelche Deals des Monats stehen gar nicht in der Abrechnung? Gehe deine Liste aus Schritt 1 Deal für Deal durch.
- Die Bestandteile einzeln vergleichenPrüfe nicht nur die Summe je Deal, sondern Fahrzeugprovision, jedes FD-Produkt und Prämien getrennt. Zwei Fehler können sich in der Summe gegenseitig ausgleichen.
- Abzüge nachvollziehenRückbelastungen und Stornos müssen zu einem konkreten Vorgang gehören. Finde keinen, bitte um eine Erklärung.
- Abweichungen festhaltenNotiere zu jeder Position, was du erwartest und was abgerechnet wurde. Damit fragst du später konkret nach, statt nur ein ungutes Gefühl zu schildern.
Typische Fehlerquellen
Diese Muster tauchen immer wieder auf. Sie sind keine Aussage über ein bestimmtes Autohaus, sondern eine Liste, wonach du gezielt suchen kannst:
- Ein Deal ist im falschen Monat abgerechnet, etwa nach Verkauf statt nach Auslieferung.
- Eine Zeile ist dem falschen oder gar keinem Deal zugeordnet, zum Beispiel wegen eines Tippfehlers bei der FIN oder beim Kundennamen.
- Ein FD-Produkt fehlt oder wurde mit einem anderen Satz abgerechnet.
- Eine Prämie oder Staffel ist trotz erreichtem Ziel nicht berücksichtigt.
- Eine Rückbelastung steht ohne erkennbaren Anlass in der Abrechnung.
- Eine nachträgliche Änderung am Deal, etwa bei Preis oder Konditionen, ist noch nicht in der Abrechnung angekommen.
So fragst du nach
Bleib sachlich und konkret. Nenne pro Position den Kunden oder die FIN, den Betrag, den du erwartet hast, und den abgerechneten Betrag. Schreib an die Stelle, die deine Abrechnung erstellt, meist Disposition oder Buchhaltung, und frag, wie der Betrag zustande kommt. Mehrere Positionen fasst du in einer Nachricht zusammen. Das spart allen Zeit und bleibt nachvollziehbar.
Schau außerdem in deinen Arbeitsvertrag, ob Ausschlussfristen gelten. Dort kann stehen, bis wann du Ansprüche geltend machen musst. Warte mit Rückfragen deshalb nicht unnötig lange. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung. Bei einem Streit helfen dir Betriebsrat, Gewerkschaft oder ein Fachanwalt für Arbeitsrecht.
Wie Provyo dir dabei hilft
Pflegst du deine Deals in Provyo, übernimmt die Provisionskontrolle die Schritte 3 bis 5: Du legst die Abrechnung als Excel- oder CSV-Datei ab, Provyo ordnet die Zeilen deinen Deals zu und zeigt dir pro Position, was stimmt, was abweicht und was in der Abrechnung fehlt. Aus den Abweichungen entsteht auf Wunsch ein Text für deine Rückfrage, den du in deine E-Mail kopierst.
Die Auswertung läuft nur in deinem Browser. Provyo lädt die Datei nicht hoch.